Kilian Helmbrecht

Kilian Helmbrecht

Schiller-Gymnasium, Witten

Filme mache ich, wie wohl jeder andere, seit ich das erste mal eine Videokamera in die Hand bekam. Zahlreiche Winter sind seitdem vergangen. Noch davor blieb es jedoch sehr lange dabei, bloß älteren Cousins gespannt über die Schulter zu schauen, wie sie ihre albernen Ideen im Bild einfingen. Diese Auffassung vom Film scheint mich langfristig geprägt zu haben.

Insgesamt hat es mich doch sehr in Richtung Animationsfilm verschlagen. Es begann, indem eines Tages mein Bruder mit einem unverhofft erhaltenen Videoprogramm mich in einen kurzen Stopmotionfilm einband, der aus schlanken 75 Bildern bestand. Nun war das Programm in der schnelllebigen Welt der Softwareprodukte schon über sein Verfallsdatum hinaus und einen Nachmittag später kehrte mein Bruder euphorisch mit einem frischen Programm zurück, gewillt in mir dieselbe Begeisterung zu wecken.Mehr oder weniger sachlich habe ich ihm in meinem zarten Alter erläutern müssen, dass wir Tags zuvor eine sehr schmierige Leistung abgeliefert hatten. Es gehörte in meinen Augen schlichtweg zum guten Ton, das nicht zu wiederholen. Und sowieso sei das Filmen nicht fähig, mich zu begeistern.

Drei Tage darauf haben wir den nächsten Film angefangen.

An jenem Tag hatte ich also bewiesen, wie leicht ich mich irre. Seitdem mache ich mit besagtem Bruder und zwei Freunden Stopmotionfilme unter dem Gruppennamen "nichtgedreht".
Manche Filme sollen einfach nur unterhalten. So schaffte es vergangenes Jahr ein Juror nur unter äußerster Disziplin, nicht beim Lachen vom Stuhl zu kippen. Andere, "Alles ist die Noppe" ist ein solcher, verfolgen ernste Themen auf ernste Art und Weise, den belehrenden Zeigefinger in ansprechenden Bildern gut verhüllt. Manche Filme entstanden aber auch nur, weil wir grade so ein schönes Set hatten oder weil ich mich auf die Filmmusik gefreut habe.

Die Filmklasse hat mich ein Stück weit von der Gruppe emanzipiert und so habe ich ein Solo-Projekt ins Auge gefasst: Ein Zeichentrickfilm mit Gefriertrocknern, Öltürmen, Toastern und vielen gewaltigen Zahnrädern.

Aber bei einer so aus der Mode geratenen Filmform fragt sich schnell, wie man an Equipment gelangt. Woher kann man noch Know-how erlangen? Wie macht man Zeichentrick, wenn man selbst nur halbbegabter Zeichner ist?

Fragen, bei denen einem glücklicherweise 16 andere Schüler zu Rate stehen.